04. Mai 2008
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Audi
verteidigt Tabellenführung in der DTM
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Ingolstadt/Mugello –
Audi hat beim Italien-Gastspiel der DTM die Führung in der Gesamtwertung
verteidigt. Obwohl er in Mugello nach einem Frühstart ohne Punkte blieb, liegt
Audi Pilot Timo Scheider weiter an der Tabellenspitze. Tom Kristensen holte in
einem Action-geladenen Rennen den dritten Platz für Audi. Insgesamt kamen fünf
A4 DTM in die Top acht und damit in die Punkteränge.
Die Chance auf einen möglichen dritten Sieg in Folge verspielten die Piloten
des Audi Sport Team Abt Sportsline gleich zu Beginn des Rennens. Der A4 des
Trainingsschnellsten Timo Scheider rollte kurz an, als die Startampel noch rot
war. Die daraus resultierende Durchfahrtstrafe warf den Tabellenführer auf
Platz 17 zurück. Mit einer sehenswerten Aufholjagd und packenden
Überholmanövern kämpfte sich der Oschersleben-Sieger noch auf Platz zehn nach
vorne.
Auch Titelverteidiger Mattias Ekström patzte am Start: Der Schwede fiel vom
vierten auf den zehnten Platz zurück, musste seinen zweiten Boxenstopp
vorziehen, weil er im Verkehr stecken blieb und war am Ende froh, als Sechster
noch Punkte gesammelt zu haben.
Sein Teamkollege Martin Tomczyk wurde im Gerangel der ersten Kurve in eine
Kollision verwickelt, bei der sich die Fronthaube seines A4 löste. Schon nach
einer Runde musste der Deutsche außerplanmäßig an die Box kommen und fiel
dadurch aussichtslos zurück.
Makellos blieb von den Fahrern der neuen Audi A4 DTM einzig Tom Kristensen, der
das Rennen auf Platz drei beendete. Der Däne setzte im ersten Renndrittel den
zweitplatzierten Paul di Resta im Mercedes unter Druck. Das Duell wurde
unmittelbar nach dem ersten Boxenstopp zu Ungunsten des Audi Fahrers entschieden,
als Kristensen fast eine Runde lang von einem Vorjahres-Mercedes aufgehalten
wurde, der nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun hatte. Dadurch verlor der
Le Mans-Rekordsieger den Anschluss an di Resta und die Chance, um Platz zwei zu
kämpfen. Er konzentrierte sich in der Folge darauf, Rang drei nach hinten
abzusichern.
Die ersten Punkte seiner jungen DTM-Karriere holte der Brite Oliver Jarvis, der
im A4 DTM des Audi Sport Team Phoenix auf Platz fünf bester Fahrer eines
Vorjahreswagens war. Mit Mattias Ekström, Markus Winkelhock und Alexandre
Prémat auf den Positionen sechs bis acht kamen insgesamt fünf Audi Piloten in
die Punkteränge.
Stimmen nach dem Rennen
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef): "Irgendwie scheint uns
Mugello, was das Rennglück betrifft, nicht zu mögen. Wie im vergangenen Jahr
haben wir nach einer sehr guten Vorstellung im Qualifying ein schlechteres
Rennergebnis eingefahren. Immerhin haben wir Tom (Kristensen) auf das Podium
gebracht und viele Autos in die Punkteränge. Von der Performance, die wir im
Qualifying trotz des 20 Kilogramm höheren Gewichts gegenüber Mercedes gezeigt
haben, hatten wir uns allerdings mehr erhofft. Doch wenn man beim Start seine
Chancen vergibt, ist es auf dieser Strecke unheimlich schwierig nach vorne zu
kommen. Besonders, wenn man mit Zusatzgewicht kämpfen muss. Das geht auch auf
die Reifen. Auf dem EuroSpeedway werden wir mit dann wieder etwas weniger
Gewicht neu angereifen."
Tom Kristensen (Audi A4 DTM #9): "Der Start war okay. In der ersten
Kurve war Jamie (Green) schon vorne, aber es gab einen sehr schönen Kampf mit
Paul di Resta und Timo Scheider. Wir gingen Seite an Seite in die folgenden
Kurven, und ich war Dritter. Bis zum ersten Boxenstopp war ich schneller als
Paul. Mein Boxenstopp war gut, aber auch der von Paul. Aus der Boxengasse
heraus war ich weiter knapp hinter ihm. Dann liefen wir leider auf einen weißen
Mercedes auf, der für di Resta zur Seite fuhr, mich aber eine Runde lang
aufgehalten hat. Ich habe dabei etwas mehr als vier Sekunden verloren. Auf
dieser Strecke ist das Rennen dann vorbei. Das war schade, denn ich hätte gerne
mit Paul weiter um Platz zwei gekämpft. Ich denke, das hätte auch den
Zuschauern gefallen. Mein Auto war super. Aber 20 Kilogramm Mehrgewicht wirken
sich über eine ganze Renndistanz doch aus."
Oliver Jarvis (Best Buddies Audi A4 DTM #15): "Der Start war gut,
ich überholte zwei Autos und fuhr auf der Außenbahn durch die erste Kurve.
Einmal mehr zeigte sich, wie wichtig ein guter Start ist. Im ersten Renndrittel
machte Alex (Prémat) sehr viel Druck, doch ich hielt ihn hinter mir. Bei den
Boxenstopps hat das Team großartig gearbeitet. Leider starb mir beim ersten
Stopp der Motor ab, doch es hat uns keine Position gekostet. Im letzten
Renndrittel lag Mattias Ekström hinter mir, und ich musste bis ins Ziel alles
geben. Ein hartes Rennen, in dem ich als Fünfter meine ersten Punkte gesammelt
habe. Das Team hat es verdient – ich freue mich für alle."
Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM #1): "Ich hatte einen sehr
schlechten Start und verlor viele Plätze. In der ersten Kurve holte ich wieder
ein wenig auf. Dann war ich während des ganzen Rennens in Kämpfe verstrickt und
sammelte als Sechster wenigstens einige Punkte."
Markus Winkelhock (Playboy Audi A4 DTM #19): "Mein Start war nicht
so gut. Ich habe zwar einen Mercedes überholt, aber Prémat und Jarvis hatten
Super-Starts auf der Fahrbahnseite, die mehr Grip hatte. Da habe ich Plätze
verloren. Die Balance war im Rennen nicht schlecht. Ich kam nach dem letzten Boxenstopp
hinter Mattias Ekström heraus, konnte das Tempo locker mitgehen und war
vielleicht sogar etwas schneller. Schade, mein schlechter Start war also
rennentscheidend. Hinzu kamen Probleme beim Boxenstopp. Mit Platz sieben kann
ich leben, denn wir haben zwei Punkte gesammelt."
Alexandre Prémat (Audi Bank/Shell Helix Audi A4 DTM #14): "Das war
ein sehr hartes Rennen. Vom Start weg habe ich alles gegeben. Oliver (Jarvis)
hat in unserem Team seinen ersten Boxenstopp bei der erstmöglichen Gelegenheit
gemacht. Das war optimal für ihn. Leider habe ich dabei Zeit verloren, weil
mich Winkelhock und Ekström beim Boxenstopp überholten. Sonst wäre ohne
weiteres Platz fünf oder sechs möglich gewesen, weil das Auto mit dem ersten
und zweiten Reifensatz sehr angenehm zu fahren war. Aber es war gut für das
Team, die Punkte gesammelt zu haben."
Timo Scheider (GW:plus/Top Service Audi A4 DTM #10): "Das Rennen
selbst war klasse, aber mein Start war die Ursache des Misserfolgs.
Wahrscheinlich habe ich meine Bremse nicht gut genug warm gefahren. Obwohl die
Feststellbremse geschlossen war, gab es einen Ruck. Der Druck war also wohl
nicht hoch genug. Beim Vorspannen ruckte das Auto. Das tut mir leid. Es war
mein Fehler. Danke an die Jungs – das Auto war sensationell. Das Positive ist,
dass wir noch Tabellenführer sind. Es war klar, dass Tage wie dieser kommen
würden. Wir stecken den Kopf nicht in den Sand. Positiv ist auch, dass die
Performance stimmte. Wir haben gezeigt, dass man in Mugello gut überholen
kann."
Christijan Albers (Audi A4 DTM #21): "Der Start war nicht so gut.
In Kurve eins und drei bin ich im Verkehr nach außen gedrückt worden. Dann habe
ich gekämpft, aber Mathias Lauda war vor uns. Mike Rockenfeller und Ralf
Schumacher wollten vorbei, aber es hat nicht funktioniert. Dabei haben wir sehr
viel Zeit verloren. Erst nach dem zweiten Stopp kam ich vorbei. Danach konnte
ich mich von den Verfolgern absetzen. Das Rennen war ab dann nicht schlecht.
Ich bin zufrieden mit den guten Zeiten."
Mike Rockenfeller (S line Audi A4 DTM #18): "Ich hatte einen guten
Start und war außen neben Markus (Winkelhock). Doch in der ersten Ecke ist mir
jemand ins Auto gefahren, und ich habe mich fast gedreht. Mein Auto war sehr
stark beschädigt. Ich hätte eigentlich auch aufhören können. Aber ich bin noch
bis ins Ziel gefahren und wurde Vierzehnter."
Martin Tomczyk (Red Bull Audi A4 DTM #2): "Ich hatte einen
perfekten Start und habe viele Plätze gutgemacht. In der ersten Kurve kam ich
in ein Sandwich zwischen Ekström und Rockenfeller. Dabei ging meine Fronthaube
auf. Das war mein Rennen. Punkte wären drin gewesen. Aber so kann es kommen,
wenn man von hinten startet. Es ist natürlich schade, dass so etwas passiert,
wenn man nur von Audi Kollegen umgeben ist."
Katherine Legge (Audi A4 DTM #20): "Das Rennen war nicht sonderlich
gut für uns. Wir haben hart gekämpft. Aus irgendeinem Grund verlieren wir zu
viel Zeit. Es war schon im Qualifying so und auch am ganzen Rennsonntag. Wir
kämpfen mit einem massiven Übersteuern. Wir müssen alles in Ruhe analysieren.
Es fehlt einfach noch Erfahrung."
Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi Sport Team Abt Sportsline): "Wir
können nicht zufrieden sein. Aber so etwas kann im Rennen passieren. Wir müssen
das abhaken und weiter arbeiten. Gratulation an Tom Kristensen zu einem
fehlerfreien Rennen. Die anderen waren in Kollisionen verwickelt oder hatten
einen schlechten Start. Wir müssen daran arbeiten, damit sich so etwas nicht
wiederholt. Mit einer so guten Ausgangsposition wäre viel mehr möglich gewesen.
Wir gehen zum nächsten Rennen und schlagen mit Sicherheit zurück."
Ernst Moser (Teamchef Audi Sport Team Phoenix): "Super für das
Team! Nach dem Qualifying waren wir noch etwas enttäuscht, aber im Rennen haben
wir mit beiden Fahrern gute Leistungen erreicht. Die Plätze fünf und acht sind
vorzeigbar. Darauf können wir stolz sein. Wir wollten im dritten Rennen endlich
Punkte einfahren. Jetzt sind wir gelassen und zufrieden. Wir wollen in der
Lausitz weitere Punkte sammeln."
Arno Zensen (Teamchef Audi Sport Team Rosberg): "Schade für
‚Rocky’, denn sein Rennen war schon in der ersten Kurve vorbei. Die anderen
Jahreswagen haben heute gezeigt, was möglich gewesen wäre. Bei Markus
(Winkelhock) bin ich glücklich über die Punkte. Es wäre aber noch etwas mehr
drin gewesen, denn er hat beim Boxenstopp einen kleinen Fehler gemacht. Aber
auch uns unterlief ein Fehler – der zweite Boxenstopp hat nicht gepasst. Sonst
hätten wir ihn vielleicht an Ekström und Jarvis vorbeigebracht. Sorry dafür,
Markus – du hältst das nächste Mal besser an und wir machen einen besseren
Stopp."
Das Ergebnis in Mugello
1. Jamie Green (Mercedes) 33 Rd. in 59.39,961 Std.
2. Paul
di Resta (Mercedes) + 3,166 Sek.
3. Tom Kristensen (Audi A4 DTM) + 5,313 Sek.
4. Bernd Schneider (Mercedes) + 9,410 Sek.
5. Oliver Jarvis (Best Buddies Audi A4 DTM) + 15,037 Sek.
6. Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM) + 15,798 Sek.
7. Markus Winkelhock (Playboy Audi A4 DTM) + 16,989 Sek.
8. Alexandre Prémat (Audi Bank/Shell Helix Audi A4 DTM) + 22,656 Sek.
9. Bruno Spengler (Mercedes) + 23,260 Sek.
10. Timo Scheider (GW:plus/Top Service Audi A4 DTM) + 23,774 Sek.
11. Maro Engel (Mercedes) + 35,741 Sek.
12. Gary Paffett (Mercedes) + 41,366 Sek.
13. Christijan Albers (Audi A4 DTM) + 45,259 Sek.
14. Mike Rockenfeller (S line Audi A4 DTM) + 55,234 Sek.
15. Susie Stoddart (Mercedes) + 1.11,329 Min.
16. Mathias Lauda (Mercedes) + 1.12,233 Min.
17. Martin Tomczyk (Red Bull Audi A4 DTM) + 1.13,944 Min.
18. Katherine Legge (Audi A4
DTM) + 1.16,587 Min.
Nicht gewertet:
Ralf Schumacher (Mercedes) - 31 Rd.

