20. April 2008
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Audi
triumphiert auch in Oschersleben
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Ingolstadt/Oschersleben
– Zweites Rennen, zweiter Triumph: Der neue Audi A4 DTM war auch bei seinem
zweiten Renneinsatz nicht zu schlagen. Eine Woche nach dem Dreifacherfolg in
Hockenheim sorgten Timo Scheider und Martin Tomczyk in der Motorsport Arena
Oschersleben für einen souveränen Audi Doppelsieg. Mit dem ersten Erfolg seiner
DTM-Karriere übernahm Scheider auch die Führung in der Gesamtwertung.
64.000 Zuschauer erlebten ein perfektes Wochenende des 29-Jährigen: Bestzeit in
allen freien Trainingssitzungen, zweite Pole Position in Folge, ein
fehlerfreies Rennen und die schnellste Rennrunde. Mit zwei perfekten
Boxenstopps machte das Audi Sport Team Abt Sportsline den ersten Sieg des
Deutschen in dessen 79. DTM-Rennen perfekt. Selbst durch eine Safety-Car-Phase
kurz vor Rennende ließ sich Timo Scheider nicht aus dem Konzept bringen.
Als das Safety-Car auf die Strecke ging, hatten Scheider und Tomczyk an der
Spitze bereits über zehn Sekunden Vorsprung auf den besten Mercedes. Nach dem
Restart konnten sich die Audi Piloten sofort wieder von den Verfolgern absetzen
und den Doppelsieg ungefährdet nach Hause fahren. Für Audi Sport war es der
zweite Doppelsieg innerhalb weniger Stunden: In Long Beach (USA) hatte das Team
Audi Sport North America am Samstagabend mit dem Diesel-Sportwagen R10 TDI
ebenfalls die Plätze eins und zwei belegt.
Grund zum Jubeln gab es auch für das Audi Sport Team Rosberg: Markus Winkelhock
war als Sechster bester Fahrer eines Vorjahreswagens und holte in seinem 20.
DTM-Rennen erstmals Punkte. Teamkollege Mike Rockenfeller kam als Siebter
ebenfalls in die Punkteränge.
"Rocky" verlor in der Anfangsphase viel Zeit hinter Mattias Ekström.
Der Titelverteidiger wurde im Startgetümmel am Heck getroffen, dadurch wurden
wichtige aerodynamische Bauteile abgerissen. Um die aerodynamische Balance
wenigstens halbwegs wieder herzustellen, ließ Ekström beim ersten Boxenstopps
die vorderen Zusatzflügel seines A4 entfernen. Dank dieses cleveren Schachzugs
und mit großem fahrerischem Einsatz holte der Schwede mit dem stark
beschädigten Fahrzeug noch einen Punkt.
Alexandre Prémat sorgte mit Platz neun dafür, dass insgesamt sechs Audi A4 DTM
in die Top Ten fuhren. Nach seinem Unfall im Qualifying hatte das Audi Sport
Team Phoenix das Fahrzeug des Franzosen bis spät in die Nacht hinein repariert
und nach dem Warm-up noch einmal den Front-Splitter gewechselt. Sein aus der
zweiten Reihe gestarteter Teamkollege Oliver Jarvis wurde im Startgetümmel von
Mercedes-Pilot Jamie Green umgedreht. Der Brite fiel ans Ende des Feldes zurück
und musste später wegen einer Berührung mit Christijan Albers eine
Durchfahrts-Strafe büßen. Jarvis blieb nur Rang 15.
Christijan Albers und Katherine Legge beendeten das Rennen nach Drehern auf den
Plätzen 16 und 18.
Einen rabenschwarzen Tag erlebte Tom Kristensen: Der Däne leistete sich einen
Frühstart. Bei der Aufholjagd wurde sein A4 durch eine Berührung mit Mathias
Lauda am Heck beschädigt. Probleme beim zweiten Boxenstopp kosteten weitere
Zeit. Trotzdem hatte Kristensen schon wieder die Punkteränge vor Augen, als er
neun Runden vor dem Ziel von der Strecke rutschte und dabei den Mercedes von
Marco Engel mit ins Aus riss. Die zweitschnellste Rennrunde war nur ein
schwacher Trost für den zweifachen Oschersleben-Sieger.
Stimmen nach dem Rennen
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef): "Das heutige Ergebnis
zeigt, dass der neue Audi A4 DTM ein wirklich guter Wurf geworden ist. Wir
haben ein sehr gutes Auto, tolle Teams und eine Super-Fahrer-Mannschaft. Es war
ein sehr spannendes Rennen, in dem wir erneut das Tempo vorgegeben haben. Timo
(Scheider) hat verdient gewonnen, auch Martin (Tomczyk) ist fehlerfrei
gefahren. Mattias (Ekström) hat mit seinem angeschlagenen Auto noch einen Punkt
geholt. Es ist schade, dass Tom (Kristensen) aus der ersten Reihe nicht mit
aufs Podium fahren konnte. Den Speed hatte er. Es gab heute viele Zweikämpfe,
am Ende hätte Markus Winkelhock fast noch Jamie Green überholt. Das hätte ich
ihm sehr gegönnt, denn er ist ein starkes Rennen gefahren."
Timo Scheider (GW:plus/Top Service Audi A4 DTM #10): "Ich kann gar
keine Worte finden: Das war ein perfektes Wochenende! Bestzeiten in allen
Trainingssitzungen, Pole Position und Rennsieg. Ich hätte nie geglaubt, dass so
etwas möglich ist. Tage wie diese sind etwas ganz besonderes, zumal ich so
lange darauf gewartet habe. Danke an Audi und Abt Sportsline, die mir ein
perfektes Auto hingestellt haben. Ich musste es eigentlich nur nach Hause fahren.
Und das habe ich gemacht."
Martin Tomczyk (Red Bull Audi A4 DTM #2): "Der zweite Platz war
heute das Maximum gegen einen so starken Timo Scheider. Gerade weil das
Wochenende für mich nicht ganz so gut anfing, bin ich sehr zufrieden. Ein Top
Resultat für Audi. Wunderbar!"
Markus Winkelhock (Playboy Audi A4 DTM #19): "Das war ein ziemlich
erfolgreicher Tag für mich. Der Start war zunächst gut, dann ist mir einer in
die Seite gefahren und ich musste ausweichen. Der Dreher von Jarvis zwang mich rechts
ins Gras. Da dachte ich: Das fängt ja gut an. Das Auto war bis zum ersten Stopp
nicht leicht zu fahren. Mit geändertem Luftdruck konnte ich dann im mittleren
Stint einige Zeit gut machen und in die Punkte fahren."
Mike Rockenfeller (S line Audi A4 DTM #18): "Ich bin enttäuscht,
obwohl Platz sieben und die ersten Saisonpunkte nicht schlecht sind, wenn man
bedenkt, von wo ich gestartet bin. Aber es war deutlich mehr drin. Mattias
(Ekström) hat mich mit seinem angeschlagenen Auto sehr lange aufgehalten, bis
ich endlich an ihm vorbei kam."
Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM #1): "Mein Start war sehr
gut. Ich habe gleich drei Mercedes überholt, dann ist mir aber einer hinten ins
Auto gefahren. Dabei wurde mein Heck beschädigt und ich hatte keinen Abtrieb
mehr auf der Hinterachse. So musste ich wirklich extrem hart kämpfen. Ein Punkt
ist mehr, als ich am Anfang erhoffen konnte."
Alexandre Prémat (Audi Bank/Shell Helix Audi A4 DTM #14): "Das war
ein hartes Rennen. Ich hatte einen guten Start und konnte mich hinter den Pulk
mit ‚Rocky‘, Markus und ‚Eki‘ hängen. Leider kam ich nicht vorbei, ohne
vielleicht zu viel zu riskieren. Auch wenn ich die Punkteränge knapp verpasst
habe, bin ich nicht unzufrieden. Ich denke, unser Auto ist in Mugello besser
als hier. Letztes Jahr waren wir dort auch sehr stark."
Oliver Jarvis (Best Buddies Audi A4 DTM #15): "Das war definitiv
nicht das Rennen, das ich mir erhofft hatte. Gleich nach der ersten Kurve ist
mir ein Mercedes ins Heck gefahren und hat mich umgedreht. Damit war mein
Rennen schon ruiniert. Dann habe ich noch eine Durchfahrtsstrafe wegen einer
Berührung mit Christijan Albers antreten müssen. Schade auch für das Team, das
eine tolle Arbeit abgeliefert hat."
Christijan Albers (Audi A4 DTM #21): "Der Start war okay. Ich
konnte Ralf Schumacher zunächst gut folgen, doch dann touchierte mich Oliver
Jarvis und ich bin in die Leitplanke gerutscht. Danach waren Aufhängung und
Lenkung angeknackst. Eigentlich hätte ich schon an die Box fahren können, doch
ich wollte das Rennen unbedingt zu Ende fahren, auch um Daten zu sammeln. Mit
neuen Reifen habe ich sogar noch passable Zeiten abgeliefert, auch wenn die
Balance des Autos weg war."
Katherine Legge (Audi A4 DTM #20): "Das war ein sehr turbulentes
Rennen. Mit den Rundenzeiten und dem Auto bin ich zufrieden, mit meinem
Ergebnis nicht."
Tom Kristensen (Audi A4 DTM #9): "Der Start war sehr gut, leider
viel zu früh. Das ist sehr schade, denn der Audi A4 DTM war heute fantastisch.
Beim Kampf mit Maro Engel und Ralf Schumacher bin ich auf einen rutschigen
Streckenteil gekommen, und das Auto ist ausgebrochen. Das war ein schwarzer Tag
für mich."
Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi Sport Team Abt Sportsline): "Mit dem
Doppelsieg kann man absolut zufrieden sein. Gratulation an die ganze
Mannschaft, denn ohne ein starkes Team geht es nicht. Wir haben die Autos in
kurzer Zeit erneut perfekt vorbereitet. So kann es weitergehen."
Ernst Moser (Teamchef Audi Sport Team Phoenix): "Das war ein
Rennsonntag zum Vergessen. Das ist doppelt schade, weil wir bis dahin alles
richtig gemacht haben. Für Oliver Jarvis war das Rennen eigentlich schon nach
der ersten Kurve beendet. Alex Prémat hat sich gut nach vorne gekämpft, blieb
aber leider hinter Ekström hängen. Gratulation an Audi. Wieder ein Doppelsieg,
besser kann die Saison nicht beginnen. Wir haken das Wochenende jetzt ab und
greifen in Mugello wieder an."
Arno Zensen (Teamchef Audi Sport Team Rosberg): "Erst einmal
Gratulation an Timo (Scheider). Vor zwei Jahren ist er noch bei uns gefahren,
und er hat sich den Erfolg wirklich verdient. Unser Team blickt mit einem
lachenden und einem weinenden Auge auf das Rennen zurück. Zum einen hatten wir
mit den Plätzen sechs und sieben die beiden besten Jahreswagen-Piloten. Markus
Winkelhock haben wir mit einer gelungenen Strategie auf Rang sechs nach vorne
gebracht. ‚Rocky‘ hat leider hinter Ekström viel Zeit verloren, sonst hätte er
laut unseren Aufzeichnungen Vierter werden können. Ich muss mich beim ganzen
Team bedanken, das trotz vieler Krankheitsfälle eine tolle Leistung gezeigt
hat."
Das Ergebnis in Oschersleben
1. Timo Scheider (GW:plus/Top Service Audi A4 DTM) 44 Rd. in 1:06.07,822 Std.
2. Martin Tomczyk (Red Bull Audi A4 DTM) + 1,452 Sek.
3.
Bruno Spengler (Mercedes) + 3,751 Sek.
4. Paul di Resta (Mercedes) + 4,698 Sek.
5. Jamie Green (Mercedes) + 6,044 Sek.
6. Markus Winkelhock (Playboy Audi A4 DTM) + 6,595 Sek.
7. Mike Rockenfeller (S line Audi A4 DTM) + 7,663 Sek.
8. Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM) + 11,765 Sek.
9. Alexandre Prémat (Audi Bank/Shell Helix Audi A4 DTM) + 12,929 Sek.
10. Ralf Schumacher (Mercedes) + 13,656 Sek.
11. Gary Paffett (Mercedes) + 14,323 Sek.
12. Bernd Schneider (Mercedes) + 15,926 Sek.
13. Mathias Lauda (Mercedes) + 16,856 Sek.
14. Susie Stoddart (Mercedes) + 17,961 Sek.
15. Oliver Jarvis (Best Buddies Audi A4 DTM) + 18,543 Sek.
16. Christijan Albers (Audi A4 DTM) + 22,621 Sek.
17. Katherine Legge (Audi A4 DTM) - 1 Rd.
18. Maro Engel
(Mercedes) - 9 Rd.
19. Tom Kristensen (Audi A4 DTM) - 9 Rd. (Kollision)

