Hockenheim, 14. Oktober 2007
Mattias Ekström holt den DTM-Titel für Audi
· Packendes Finale vor Rekordkulisse in Hockenheim
· Audi Sport Team Abt Sportsline gewinnt Teamwertung
· Timo Scheider erstmals in der DTM auf dem Podium
Beim Finale in Hockenheim hat Mattias Ekström
vor einer Rekordkulisse von 152.000 Zuschauern den DTM-Titel für Audi geholt.
Nach 2004 gewann der Schwede die populärste internationale
Tourenwagen-Rennserie zum zweiten Mal. Für die AUDI AG ist es nach 1990, 1991,
2002 und 2004 bereits der fünfte DTM-Titel. Zudem sicherte sich das Audi Sport
Team Abt Sportsline souverän den Titel in der Teamwertung.
"Alle Audi Mitarbeiter und Audi Kunden können stolz auf diesen Triumph
sein, der die Krönung unser erfolgreichen Motorsport-Saison 2007 ist",
erklärte Rupert Stadler, Vorsitzender des Vorstandes der AUDI AG, der das
spannende Finale live vor Ort verfolgte. "Die 24 Stunden von Le Mans, die
American Le Mans-Serie und die DTM im selben Jahr zu gewinnen, ist eine
phantastische Mannschaftsleistung."
Nachdem Mattias Ekström in Hockenheim im April mit einem Sieg in die DTM-Saison
2007 gestartet war, genügte dem Schweden beim Finale ein dritter Platz zum
Titelgewinn. Nach 37 packenden Runden überquerte der Audi Pilot die Ziellinie
beim Finale ganze 0,434 Sekunden vor Mercedes-Pilot Bruno Spengler, den er
damit auf den zweiten Platz in der Meisterschaft verwies.
Von Anfang an hatte das Audi Sport Team Abt Sportsline die Strategie für
Ekström auf Spengler ausgerichtet. Aus der zweiten Reihe gestartet, übernahm
der 29-Jährige in der ersten Runde die Führung. Als er aggressiv von
Mercedes-Pilot Jamie Green attackiert wurde, ließ er diesem clever ohne große
Gegenwehr den Vortritt. Ekström absolvierte seine beiden Pflicht-Boxenstopps
sehr spät, um möglichst frei fahren zu können – eine Strategie, die aufging.
Sein Rivale Bruno Spengler dagegen kam sehr früh zum ersten Boxenstopp und
musste sich mühsam nach vorne arbeiten.
Ekström gelang es, Spengler in der Schlussphase in Schach zu halten, obwohl er
während des gesamten Rennens über ein extrem starkes Übersteuern klagte. Mit
einer fehlerfreien Fahrt und perfekten Boxenstopps seines Teams gelang das
Meisterstück trotzdem.
Eine bessere Abstimmung für die gegenüber dem Trainingstagen und dem Warm-up
wesentlich höheren Temperaturen hatten seine Teamkollegen Timo Scheider und
Martin Tomczyk. Scheider gelang mit Platz zwei das bisher beste Ergebnis seiner
DTM-Karriere und zum ersten Mal überhaupt der Sprung auf das Siegerpodest. Tomczyk,
der vor dem Finale ebenfalls noch Chancen auf den Titel hatte, wurde in der
Startrunde unverschuldet in eine Kollision verwickelt, die ihn ans Ende des
Feldes zurückwarf. Dass er sich trotzdem noch auf Rang neun und damit fast in
die Punkteränge nach vorne kämpfen konnte, zeigt, wie schnell sein Red Bull
Audi A4 DTM im Rennen war.
Tom Kristensen komplettierte den Audi Triumph in Hockenheim mit Rang sechs.
Lucas Luhr (Audi Sport Team Rosberg) auf Platz zwölf bester Fahrer eines
Vorjahres-A4. Seinem Teamkollegen Mike Rockenfeller ging in der Runde seines
zweiten planmäßigen Tankstopps das Benzin aus.
Stimmen nach dem Rennen
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef): "Es war ein tolles Finale
für die Zuschauer mit spannendem Tourenwagen-Sport vom Feinsten vom Anfang bis
zum Ende. Mattias (Ekström) hat die Entscheidung selbst in die Hand genommen
und den Titel glücklich nach Hause gefahren. Ich denke, wir haben die
Meisterschaft verdient und sind ein würdiger Meister. Wir haben tolle Arbeit
geleistet. Ich bedanke mich bei allen Mitarbeitern der Teams, die mitgewirkt
haben. Leider war es heute für Martin (Tomczyk) kein glückliches Rennen – er
hat an diesem Wochenende viel Pech gehabt, obwohl er stark war."
Timo Scheider (Gebrauchtwagen:plus/Top Service Audi A4 DTM #8)
2. Platz, + 3,696 Sek.
"Voll geil – ich wusste gar nicht, auf welche Seite des Podiums ich
steigen musste. Rechts oder links? Ich kenne mich da oben ja nicht so aus, weiß
jetzt aber, dass ich in Zukunft öfter dort oben stehen möchte. Mein Auto war
sensationell, nachdem ich im Warm-up etwas gehadert habe. Danke an Audi und an
Abt! Das Rennen war erlebnisreich. Ich hatte einen guten Start und ging in
Führung. Dann fuhren wir im Pulk auf die Haarnadel zu, was sehr eng war. Ich
war sehr vorsichtig und achtete auf Martin (Tomczyk). Ich fuhr weit hinaus über
den Randstein, um ihm Platz zu geben, was Jamie Green offenbar nicht getan hat.
Irgendwann musste ich vom Gras zurück auf die Strecke und berührte ihn. Martin
sagt, es sei weniger meine Schuld als die von Jamie gewesen."
Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM #3)
3. Platz, + 7,235 Sek.
"Mein Rennen war von Anfang an sehr schwer. Als sich alles etwas beruhigt
hatte, konnte ich sehr schnell fahren und das Auto war gut. Aber nach sechs,
sieben Runden fing es an zu übersteuern. Es wurde schlimmer und schlimmer. Ich
habe gekämpft und gekämpft – trotzdem wurde es am Ende richtig eng. Dass ich
trotzdem vor Bruno (Spengler) ins Ziel kam, war einfach nur schön. Bis jetzt
habe ich es noch gar nicht genossen, so aufregend war das Rennen. So richtig
realisieren werde ich diesen Erfolg erst in ein paar Stunden können."
Tom Kristensen (Siemens Audi A4 DTM #7)
6. Platz, + 19,658 Sek.
"Der Start von der Pole Position wurde zu einem Kampf in den folgenden Kurven.
Als ich Mattias (Ekström) hinter mir sah, hatte er eine Chance, mich zu
attackieren. Nach dem Safety Car musste ich früh stoppen. Für mein persönliches
Rennen war das zwar kein Vorteil, aber es nutzte natürlich Mattias. Ich kämpfte
mit einigen Mercedes und überholte sie. Auf neuen Reifen war mein Auto gut,
danach setzte Übersteuern ein. In der Mercedes-Arena machte ich einen Fehler.
Aber heute haben wir den richtigen Champion gesehen. Glückwunsch an Mattias,
das Team Abt und Audi. Es war eine sehr schwierige Saison für mich. Die Hälfte
habe ich verpasst, danach spürte ich noch immer Symptome. Ich freue mich schon
auf einen ruhigen Winter, um möglichst rasch wieder an die 100 Prozent
heranzukommen. Mit meiner Pole Position habe ich gezeigt, dass es geht."
Martin Tomczyk (Red Bull Audi A4 DTM #4)
9. Platz, + 33,185 Sek.
"Leider hat der Titelkampf für mich nur bis zur dritten Kurve gedauert.
Leider hat es mich wieder einmal in einer unglücklichen Situation getroffen.
Ich konnte nichts tun, ich war einfach im Sandwich zwischen Timo (Scheider) und
Jamie (Green). Ich hatte mir natürlich mehr erhofft, da ich auch an diesem
Wochenende gezeigt habe, wie schnell ich bin. Es hätte nach dem genialen Start
alles gepasst, wenn es nicht zu der Kollision gekommen wäre. Aber Gratulation
an Mattias, Audi und Abt! Wenn jemand den Meistertitel verdient hat, dann wir –
die mit den vier Ringen. Das wird heute Abend gefeiert. Ich habe habe nur
fünfmal gepunktet und bin trotzdem Dritter in der Meisterschaft. Damit kann ich
zufrieden sein."
Lucas Luhr (Philips Audi A4 DTM #12)
12. Platz, + 36,532 Sek.
"Einen herzlichen Glückwunsch an Mattias (Ekström) und an Audi. Eine
Super-Leistung und ein verdienter Meistertitel. Ich hoffe, dass ich das ein
oder andere Mal dabei etwas helfen konnte."
Markus Winkelhock (Audi A4 DTM #20)
13. Platz, + 46,171 Sek.
"Das Rennen war sehr turbulent. Mein Start war nicht perfekt. Ich kam zwar
an Alexandre (Prémat) vorbei, habe aber wieder eine Position verloren, als
Christian Abt an mir vorbeifuhr. Ich war ganz vorsichtig in der ersten Runde
und wollte kein Risiko eingehen. Mit dem ersten Satz Reifen übersteuerte das
Auto sehr und ich verlor viel Zeit. Der zweite Satz funktionierte besser, der
dritte weniger."
Christian Abt (Playboy Audi A4 DTM #16)
15. Platz, + 57,407 Sek.
"Mein letztes DTM-Rennen war sehr emotional! Nach der ersten Runde dachte
ich, das wird ein geiles Rennen. Ich hatte aber eine ganz leichte Berührung und
danach öffnete sich die Tür. So verlor ich Abtrieb hinten und das Auto übersteuerte
extrem. Nach zwei Runden gingen die Rundenzeiten immer mehr in den Keller. Ich
hielt mich aus allem heraus, weil ich nicht mithalten konnte. Als ‚Eki’ Meister
wurde, war das einer meiner bewegendsten Momente. Jetzt haben wir vier
Meisterschaften mit Audi gewonnen, eine davon ich selbst. Was will man mehr in
diesen neun Jahren? Eine schöne Karriere in diesem Top-Tourenwagensport. Jetzt
ist es halt vorbei, aber ich bin glücklich."
Alexandre Prémat (Audi Bank Audi A4 DTM #17)
16. Platz, + 57,832 Sek.
"Ich bin absolut glücklich für Audi über den Titelgewinn und für Mattias
Ekström, der eine echte Persönlichkeit ist. Über mein eigenes Rennen schweige
ich lieber, denn es war das schlechteste seit dem Jahresbeginn in
Hockenheim."
Vanina Ickx (Audi A4 DTM #21)
18. Platz, + 1.31,967 Min.
"Das war etwas ganz Besonderes: Ich kam in der gleichen Runde wie die
Sieger ins Ziel, Audi ist Meister geworden und ich erlebe ein besonders Gefühl,
denn es war mein letztes DTM-Rennen. Das waren die beiden härtesten und
anspruchsvollsten Jahre meiner Karriere. Das ist auch das Ende meiner
Zugehörigkeit zu einer großen Familie und einer Traumzeit in meiner
Karriere."
Mike Rockenfeller (S line Audi A4 DTM #11)
Nicht gewertet (Benzinmangel)
"Das Rennen war bis zu meinem Ausfall ganz okay. Anfangs musste ich etwas
kämpfen und habe ein paar Positionen verloren. Ich konnte wieder Plätze
zurückerobern und habe mir dann Zweikämpfe mit di Resta geliefert. Ich kam an
ihn heran. Leider ist mir unmittelbar vor dem zweiten Boxenstopp das Benzin
ausgegangen."
Hans-Jürgen Abt (Team Direktor Audi Sport Team Abt Sportsline):
"Ich glaube, das war einer der größten Tage in meinem Leben, für Audi, für
Dr. Wolfgang Ullrich. Wir haben gemeinsam gezeigt, was in uns steckt. Wir haben
den Titel nach Ingolstadt, Neckarsulm und Kempten geholt. Wir feiern einfach
nur noch, weil wir uns so unglaublich freuen. Ich möchte mich bei Audi und beim
gesamten Team bedanken. Und bei allen, die an uns geglaubt haben. Man kann im
Motorsport einen solchen Titel nur holen, wenn es Menschen gibt, die hinter
einem stehen. Wir waren heute die Marke des Herzens. Darum sage ich: Wir haben
den Titel verdient!"
Ernst Moser (Team Direktor Audi Sport Team Phoenix): "Was wir alle
zusammen erreichen wollten, haben wir erreicht. Herzlichen Glückwunsch an Audi
zur Meisterschaft! Es war ein harter Kampf mit Mercedes. Wir konnten eine
Kleinigkeit dazu beitragen, dass es am Ende geklappt hat. Unser eigenes Tempo
war heute nicht gut genug. Wir haben das Beste daraus gemacht, auch wenn es für
unser Team nicht so viel war."
Arno Zensen (Team Direktor Audi Sport Team Rosberg): "Sensationell
– Audi ist Meister. Heute konnten wir als Team etwas dazu beitragen. Die
Strategie war top. Leider blieb ‚Rocky’ mit leerem Tank liegen und wir müssen
klären, warum. Aber auch er hat seinen Teil dazu beigetragen, dass es heute
einen Grund zum Feiern gibt – und das war toll. Danke an die ganze Mannschaft
und an Audi."
Das Ergebnis in Hockenheim
1. Jamie Green (Mercedes),
37 in 1:00.19,948 Std.
2. Timo Scheider (GW:plus/Top Service Audi A4 DTM), + 3,696 Sek.
3. Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM), + 7,235 Sek.
4. Bruno Spengler (Mercedes), + 7,669 Sek.
5. Bernd Schneider (Mercedes), + 11,079 Sek.
6. Tom Kristensen (Siemens Audi A4 DTM), + 19,658 Sek.
7. Alexandros Margaritis
(Mercedes), + 23,174 Sek.
8. Paul di Resta (Mercedes), + 29,158 Sek.
9. Martin Tomczyk (Red Bull Audi A4 DTM), + 33,185 Sek.
10. Daniel la Rosa (Mercedes), + 34,792 Sek.
11. Mathias Lauda (Mercedes), + 35,753 Sek.
12. Lucas Luhr (Philips Audi A4 DTM), + 36,532 Sek.
13. Markus Winkelhock (Audi A4 DTM), + 46,171 Sek.
14. Susie Stoddart (Mercedes), + 49,560 Sek.
15. Christian Abt (Playboy Audi A4 DTM), + 57,407 Sek.
16. Alexandre Prémat (Audi Bank Audi A4 DTM), + 57,832 Sek.
17. Mika Häkkinen (Mercedes), + 1.03,036 Min.
18. Vanina Ickx (Audi A4 DTM), + 1.31,967 M in.
Nicht gewertet:
Mike Rockenfeller (S line Audi A4 DTM), - 5 Rd. (Benzinmangel)
Gary Paffett (Mercedes), - 37 Rd
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