Barcelona, 23. September 2007
Audi wünscht sich sportliche Titelentscheidung
· Überharte Fahrweise beim DTM-Rennen in Barcelona
· Rückzug aller Audi Fahrzeuge als Konsequenz
· Audi Pilot Mattias Ekström weiter Tabellenführer
Die
Titelentscheidung in der DTM 2007 fällt erst beim Finale in Hockenheim am 14.
Oktober. 42.000 Zuschauer erlebten auf dem Circuit de Catalunya
bei Barcelona (Spanien) ein überhartes Rennen, bei dem ein Audi Fahrer nach dem
anderen von Mercedes-Piloten von der Strecke gerempelt
wurde – darunter alle vier Piloten des Audi Sport Team Abt Sportsline inklusive
der beiden Titelkandidaten Mattias Ekström (Schweden) und Martin Tomczyk (Deutschland). Als die Situation zu eskalieren
drohte, entschied Audi, alle sieben noch im Rennen verbliebenen Audi A4 DTM
zurückzuziehen.
Vom Start weg hatte der Trainingsschnellste Martin Tomczyk
die Führung übernommen, ehe er in der siebten Runde vom zweimaligen Formel
1-Weltmeister Mika Häkkinen von der Strecke gerempelt
wurde. Tomczyk konnte das Rennen auf Platz elf
zunächst fortsetzen, musste später jedoch aufgeben, weil an seinem Audi A4 DTM
bei der Kollision der Wasserkühler beschädigt worden war.
Tabellenführer Mattias Ekström hatte sich am Start vom zehnten auf den sechsten
Platz nach vorne geschoben und war nach einem frühen ersten Reifenwechsel sehr
schnell unterwegs. Als er Daniel la Rosa, der noch nicht an der Box war, überholte,
wurde er hart vom Mercedes-Fahrer getroffen. Damit war auch für den Schweden
das Rennen beendet.
In der Startrunde war bereits Tom Kristensen von
Mercedes-Fahrer Gary Paffett umgedreht worden. Als
auch noch Timo Scheider und der an dritter Position fahrende Mike Rockenfeller von Mercedes-Piloten von der Strecke gedrückt
wurden, entschied Audi Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich nach Rücksprache mit
dem Vorsitzenden des Vorstandes der AUDI AG, Rupert Stadler, alle im Rennen
verbliebenen Audi Fahrzeuge zurückzuziehen und damit ein klares Zeichen für
fairen Motorsport zu setzen.
"Was heute auf der Rennstrecke passiert ist, war einfach
inakzeptabel", erklärte Rupert Stadler, der das Rennen vor Ort in der Box
des Audi Sport Team Abt Sportsline verfolgte. "Wir gehen davon aus, dass
sich die Emotionen bis Hockenheim legen werden und die Zuschauer dort ein
sportlich faires Finale sehen. Klar ist auch, dass wir weiter zur DTM stehen.
Aber es müssen sich sicherlich ein paar Dinge ändern."
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef): "Wir wollten heute ein
hartes, faires Tourenwagen-Rennen sehen. Doch wir mussten den Eindruck
gewinnen, dass die Mercedes-Piloten jede Gelegenheit genutzt haben, unsere
Fahrzeuge aus dem Weg zu räumen. Das ist nicht die Art und Weise, wie wir
Motorsport betreiben möchten. Wir wollen harte und faire Duelle sehen, aber
nicht so etwas wie heute. Deshalb haben wir die Entscheidung getroffen, alle
unsere Fahrzeuge zurückzuziehen. Das war keine leichte Entscheidung, die uns
Punkte und vielleicht sogar den Titel gekostet hat. Doch wir wollten ein klares
Zeichen für fairen Motorsport setzen."
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