Barcelona, 22. September 2007
Audi Pilot Tomczyk dominiert Qualifying
· Zweite Pole Position in Folge in der DTM
· Glanzvolle Vorstellung im Regen von Barcelona
· Tabellenführer Mattias Ekström nur auf Startplatz zehn
Mit
einer überragenden Leistung im verregneten Qualifying für das DTM-Rennen in
Barcelona (Spanien) hat Audi Pilot Martin Tomczyk seine Ambitionen auf den
DTM-Titel unterstrichen. Der 25-jährige Deutsche sicherte Audi auf dem Circuit de
Catalunya wie schon im Vorjahr souverän die Pole Position.
Nachdem am Vormittag im Freien Training fünf Audi A4 DTM in die Top Sechs
fuhren, sorgte vor dem Qualifying einsetzender Regen für komplett andere
Bedingungen, mit denen Martin Tomczyk am besten zurecht kam: Von Anfang an
bestimmte der Audi Pilot das Tempo, zeitweise war er auf der rutschigen Strecke
fast eine Sekunde schneller als alle anderen. Am Ende sicherte er sich die
sechste Pole Position seiner DTM-Karriere mit 0,179 Sekunden Vorsprung auf den
zweimaligen Formel 1-Weltmeister Mika Häkkinen.
So groß der Jubel im Audi Sport Team Abt Sportsline über die vierte Pole
Position in Folge war (Mugello, Zandvoort, Nürburgring und Barcelona), so groß
war die Enttäuschung über das Abschneiden der anderen Audi Piloten: Neben
Tomczyk schaffte es nur Timo Scheider ebenfalls in das letzte Segment des
Qualifyings. Der Deutsche sicherte sich Startplatz sieben.
Mike Rockenfeller verpasste den Sprung unter die besten Acht als Neunter nur
knapp: Ganze 63 Tausendstelsekunden fehlten dem jüngsten Audi Werksfahrer auf
Mercedes-Pilot Bruno Spengler.
Tabellenführer Mattias Ekström musste sich zum zweiten Mal in Folge mit
Startplatz zehn begnügen.
In Barcelona könnte sich am Sonntag bereits der Titelkampf in der DTM
entscheiden: Wäre der Zieleinlauf identisch mit dem Qualifying-Ergebnis, wäre
Audi der Titel sicher.
Bis dahin ist es angesichts der Startaufstellung allerdings ein hartes Stück
Arbeit. 58 Runden stehen im Rennen am Sonntag auf dem Programm. Die ARD
überträgt im "Ersten" ab 13:45 Uhr live aus Spanien.
Stimmen nach dem Qualifying
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef): "Ich freue mich sehr für
Martin (Tomczyk), der ein ganz tolles Qualifying fuhr. Alles passte optimal
zusammen, er machte nicht den geringsten Fehler, auch das Timing war optimal.
Leider ist das nur ihm gelungen. Bei den anderen hat es nicht so gut
funktioniert, wie wir es erhofft hatten. Aber bei wechselnden Bedingungen muss
einfach alles zusammenpassen – das bekamen nur Martin und sein Team hin."
Martin Tomczyk (Red Bull Audi A4 DTM #4)
1. Platz, 1.18,689 Min.
"Es war ziemlich anstrengend, aber ich bin wahnsinnig zufrieden. Die
Strecke wurde immer trockener, was die Sache nicht einfacher machte, was Reifen
und Luftdruck anbelangt. Wir haben trotzdem alles wunderbar hinbekommen. In der
letzten Session war alles Spitz auf Knopf. Wir konnten nur am Anfang die Zeiten
fahren, dann wurden die Reifen zu warm und der Luftdruck zu hoch. Bei solchen
Verhältnissen braucht man auch eine Portion Glück, wie wir bei den übrigen Audi
Fahrern gesehen haben."
Timo Scheider (Gebrauchtwagen:plus/Top Service Audi A4 DTM #8)
7. Platz, 1.19,766 Min.
"Es fing ganz gut an. Im starken Regen war das Auto nicht schlecht. Für
die zweite Session haben wir etwas umgebaut, aber damit wurde es sehr
schwierig. Also haben wir alles wieder zurückgebaut auf die erste Variante. Das
war offenbar die falsche Entscheidung. Das Hauptproblem war, dass die
Hinterachse sich im letzten Qualifying-Drittel sehr schlecht verhielt. Ich bin
etwas enttäuscht über Platz sieben. Mit dem Auto wäre mehr möglich gewesen.
Glückwunsch an Martin (Tomczyk). Er hat eine tolle Leistung gezeigt. Morgen
will ich so schnell wie möglich nach vorne kommen."
Mike Rockenfeller (S line Audi A4 DTM #11)
9. Platz, 1.19,685 Min.
"Neunter und ganz knapp die Top Acht verpasst: schade! Aber unter diesen
Bedingungen ist es wirklich schwer, zum perfekten Zeitpunkt die gute Runde
hinzubekommen. Die Strecke wurde immer trockener. Das heißt nicht unbedingt,
dass man immer schneller wird, weil es sehr schmierig ist und der
Reifenluftdruck stark ansteigt. Wir hatten am Ende nicht den perfekten
Luftdruck. Trotzdem: Mit Platz neun habe ich das Beste daraus gemacht. Es wäre
toll gewesen, unter den ersten Acht zu sein. Trotzdem ist es eine gute
Ausgangsposition für morgen."
Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM #3)
10. Platz, 1.19,744 Min.
"Das war nicht das, was wir wollten. Platz zehn – das gleiche Ergebnis wie
am Nürburgring. Mehr war unter diesen Bedingungen mit meinem Setup nicht
möglich. Das bedeutet harte Arbeit am Sonntag. Am Nürburgring kamen wir bis
nach vorne, das wollen wir morgen wieder erreichen."
Tom Kristensen (Siemens Audi A4 DTM #7)
11. Platz, 1.20,164 Min.
"Ich war mit dem Auto am Morgen bei Trockenheit sehr zufrieden, wie Platz
zwei im Freien Training zeigt. Der Schauer kam für mich zum falschen Zeitpunkt.
Ich bekam im Regen Probleme mit der Antriebsachse, denn ich hatte in allen
Anläufen Übersteuern und wenig Traktion – das war kein sehr gutes Qualifying.
Das wird ein hartes Rennen."
Christian Abt (Playboy Audi A4 DTM #16)
13. Platz, 1.20,251 Min.
"Ich glaube, dass wir alles richtig gemacht haben. Allerdings sind die
Reifensätze sehr unterschiedlich. Dadurch kommt das Auto völlig aus der
Balance. Man muss daran arbeiten, dass das besser wird – hat man Glück, ist man
ganz vorne, hat man Pech, rutscht man nach hinten. Ich glaube nicht, dass es
jemanden gibt, der in diesem Starterfeld das Autofahren verlernt hat."
Markus Winkelhock (Audi A4 DTM #20)
15. Platz, 1.20,306 Min.
"Da mir Regen ziemlich gut liegt, hatte ich mir mehr erhofft und mich nach
dem Schauer auf das Qualifying gefreut. Ich kam allerdings nicht zurecht, denn
wir hatten kaum Traktion. Nach zwei Runden hatte der Reifen viel weniger Grip.
Die Zeiten wurden langsamer, obwohl ich mich mehr an die Strecke gewöhnt habe.
Leider war zu wenig Zeit, um etwas am Auto zu ändern. Man muss draußen bleiben
und mit seinen Problemen kämpfen."
Alexandre Prémat (Audi Bank Audi A4 DTM #17)
16. Platz, 1.20,319 Min.
"Ich bin sehr enttäuscht. Auf trockener Strecke waren wir in Barcelona
sehr stark. Im Regen war es eine ganz andere Sache. Mein Auto untersteuerte zu
sehr. Unsere Abstimmung für nasse Verhältnisse war einfach nicht gut. Morgen
wird ein anderer Tag."
Lucas Luhr (Philips Audi A4 DTM #12)
17. Platz, 1.20,483 Min.
"Leider war wieder früh Feierabend. Das ist äußerst schade. Ich hatte
Traktionsprobleme beim Herausbeschleunigen und habe dabei rund drei
Zehntelsekunden verloren. Von Startplatz 17 wird es ein hartes Rennen."
Vanina Ickx (Audi A4 DTM #21)
20. Platz, 1.21,403 Min.
"Das war leider ein schlechtes Qualifying. Dabei war ich schon ungeduldig,
weil ich mich auf den Regen gefreut hatte. Leider entwickelte sich aber kein
Grip, und ich war nicht gut unterwegs. Das ist sehr schade und spiegelt auch
unseren Tag nicht wirklich wider, denn im Trockenen lief es am Morgen ganz
gut."
Hans-Jürgen Abt (Team Direktor Audi Sport Team Abt Sportsline): "Es
war ein Qualifying mit allen Höhen und Tiefen. Martin Tomczyk hat souverän
gezeigt, was in dem Auto steckt. Die anderen haben mit Problemen gekämpft. Das
müssen wir analysieren, um es bis zum Rennen zu lösen. Aber wir wissen, dass
alle starke Kämpfer sind und nicht den Kopf hängen lassen."
Ernst Moser (Team Direktor Audi Sport Team Phoenix): "Es ist uns
mit keinem der beiden Autos gelungen, im Regen genügend Grip zu finden. Die
Fahrer sind nur herumgerutscht – egal mit welchem Reifensatz und mit welchem
Luftdruck. Wir haben es in der Kürze der Zeit nicht geschafft, die Reifen zum
Arbeiten zu bringen. Daher starten wir nur auf Platz 13 und 16 – sehr
enttäuschend."
Arno Zensen (Team Direktor Audi Sport Team Rosberg): "Es war eine
Lotterie. Schade, denn im Regen mussten alle pokern. Lucas (Luhr) fiel leider
früh heraus. ‚Rocky’ war toll unterwegs. Wäre er sechs Hundertstel schneller
gewesen, hätte er Bruno Spengler verdrängt. Das wäre sensationell gewesen.
Trotzdem bin ich mit seiner Leistung zufrieden."
Die Startaufstellung in Barcelona
1. Martin Tomczyk (Red Bull Audi A4 DTM), 1.18,689 Min.
2. Mika Häkkinen (Mercedes), 1.18,868 Min.
3. Bruno Spengler (Mercedes), 1.19,483 Min.
4. Bernd Schneider
(Mercedes), 1.19,498 Min.
5. Jamie Green (Mercedes), 1.19,540 Min.
6. Gary Paffett (Mercedes), 1.19,617 Min.
7. Timo Scheider (GW:plus/Top Service Audi A4 DTM), 1.19,766 Min.
8. Alexandros Margaritis (Mercedes), 1.20,061 Min.
9. Mike Rockenfeller (S line Audi A4 DTM), 1.19,685 Min.
10. Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM), 1.19,744 Min.
11. Tom Kristensen (Siemens Audi A4 DTM), 1.20,164 Min.
12. Paul di Resta (Mercedes), 1.20,207 Min.
13. Christian Abt (Playboy Audi A4 DTM), 1.20,251 Min.
14. Daniel la Rosa (Mercedes), 1.20,687 Min.
15. Markus Winkelhock (Audi A4 DTM), 1.20,306 Min.
16. Alexandre Prémat (Audi Bank Audi A4 DTM), 1.20,319 Min.
17. Lucas Luhr (Philips Audi A4 DTM), 1.20,483 Min.
18. Mathias Lauda (Mercedes), 1.20,518 Min.
19. Susie Stoddart (Mercedes), 1.20,604 Min.
20. Vanina Ickx (Audi A4 DTM), 1.21,403 Min.
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