Nürnberg, 24. Juni 2007
Audi erzielt Podiumsergebnis in Nürnberg
· Mattias Ekström nach Aufholjagd Dritter
· Glänzendes Comeback von Tom Kristensen
· Alexandre Prémat punktet erneut im Vorjahresauto
Vor 141.000 Zuschauern (am Wochenende) hat Mattias Ekström für
Audi beim "Heimrennen" auf dem Norisring
trotz eines verpatzten Qualifyings ein
Podiumsergebnis erzielt. Der Schwede kämpfte sich mit seinem Red Bull Audi A4 DTM vom siebten Startplatz auf Rang drei
nach vorne. In der Gesamtwertung der DTM liegt Ekström lediglich 1,5 Punkte
hinter Titelverteidiger Bernd Schneider auf dem zweiten Tabellenrang. Das Audi
Sport Team Abt Sportsline ist zur Halbzeit Spitzenreiter der Teamwertung.
Ekström schob sich bereits in der Startrunde auf Rang fünf nach vorne und fuhr
anschließend ein fehlerfreies Rennen. Der Schwede profitierte von zwei
perfekten Boxenstopps und konnte in der Schlussphase die beiden führenden
Mercedes von Bruno Spengler und Bernd Schneider unter Druck setzen. Mit nur
0,698 Sekunden Rückstand auf den Zweitplatzierten überquerte Ekström die
Ziellinie als Dritter.
Ein glänzendes Comeback gelang Tom Kristensen: 63
Tage nach seinem schweren Unfall beim Auftakt in Hockenheim beendete der Däne
das Norisring-Rennen auf einem beeindruckenden
fünften Platz.
Alexandre Prémat aus dem Audi Sport Team Phoenix
kämpfte sich mit seinem Vorjahres-A4 vom 15. Startplatz auf Rang acht nach
vorne und kam damit zum zweiten Mal in Folge in die Punkteränge. Sein
Teamkollege Christian Abt belegte den zehnten Platz, obwohl sein Auto bei
unverschuldeten Kollisionen beschädigt wurde.
Großes Pech hatten Martin Tomczyk und Timo Scheider:
Beide wurden bereits in der ersten Kurve in Norisring-typische
Unfälle verwickelt, die von Mercedes-Piloten ausgelöst wurden. Tomczyk schied vorzeitig aus und fiel dadurch vom ersten
auf den dritten Tabellenrang zurück. Scheider konnte das Rennen fortsetzen,
fiel jedoch mit seinem stark beschädigten A4 immer weiter zurück.
Mike Rockenfeller beendete sein erstes Norisring-Rennen in der DTM auf Rang 13. Der erste
Boxenstopp seines Teamkollegen aus dem Audi Sport Team Rosberg, Lucas Luhr, wurde nicht gewertet. Kurz vor Rennende schied er
aus, nachdem ihm Mercedes-Pilot Daniel la Rosa ins Heck gefahren waren war.
Adam Carroll wurde trotz Bremsproblemen als 17. gewertet. Seine Teamkollegin
Vanina Ickx wurde von Mathias Lauda beim Anbremsen
der Grundig-Kehre am Heck getroffen und prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen
die Leitplanken. Die Belgierin blieb unverletzt.
Der Unfall führte zu einer umstrittenen Szene: Der spätere Sieger Bruno
Spengler überfuhr an der Boxenausfahrt die gerade auf Rot umgesprungene Ampel.
Ähnliche Vorfälle hatte in der Formel 1 zuletzt zu Wertungsausschlüssen
geführt. Die Rennleitung entschied jedoch, dass der Kanadier keine Chance
hatte, das Umspringen der Ampel aus seiner Position zu sehen. Audi verzichtete
nach Studium der Videoaufzeichnungen im Sinne des Sports auf einen Protest.
Stimmen nach dem Rennen
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef): "Es ist gut, dass Mattias
(Ekström) nach dem für uns nicht so optimalen Qualifying
den dritten Platz geschafft hat. Er war im Rennen sehr stark und hatte heute
ein Auto, mit dem er das Tempo der Führenden mitgehen konnte. Am Ende hatte er
etwas mit den Bremsen zu kämpfen, aber das gehört am Norisring
dazu. Leider gehört es auch dazu, dass man große Chancen hat, in der ersten
Kurve in eine Kollision verwickelt zu werden, wenn man aus dem Mittelfeld
startet. Es ist schade, dass Martin (Tomczyk) einem
unverschuldeten Unfall zum Opfer gefallen ist. Auch Timo (Scheider) hätte mehr
zeigen können, wenn sein Fahrzeug nicht in der ersten Kurve beschädigt worden
wäre. Dass Tom (Kristensen) ein so tolles Comeback
gelungen ist und Alexandre (Prémat) einen weiteren
Punkt geholt hat, freut mich sehr."
Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM #3)
3. Platz, + 2,501 Sek.
"Nachdem das Qualifying nicht optimal war, kann ich
mit Platz drei zufrieden sein. Mein Audi A4 war heute sehr gut. Die Bremsen
wurden natürlich warm, und es gab ein paar andere kleinere Probleme. Hier muss
man perfekt sein, um Mercedes zu schlagen. Heute waren wir konkurrenzfähig und
gut genug für einen Podiumsplatz. Das ist ein Schritt vorwärts im Vergleich zu
den anderen Jahren hier auf dem Norisring. Die
Position im Meisterschaftskampf ist gut. Ich freue mich schon jetzt auf das
nächste Rennen in Mugello."
Tom Kristensen (Siemens Audi A4 DTM #7)
5. Platz, + 13,750 Sek.
"Es war sehr wichtig, so rasch wie möglich mein Comeback zu geben – und
das gelang mir auf der Heimstrecke von Audi vor so vielen ‚Audianern’.
Es war aber auch das schwerste Rennen für ein Comeback, wenn man nach den
Temperaturen und der Strecke urteilt. Das Rennen lief gut. Ich hatte etwas
Kontakt – ein wenig mit Christian (Abt) und auch mit der Streckenbegrenzung.
Das hat mich etwas nervös gemacht. Ich bin zufrieden, Fünfter geworden zu sein.
Auch die Boxenstopps waren gut. Ich hätte nach dem zweiten Stopp sogar eine
Chance gehabt, Mattias (Ekström) zu überholen, blieb aber hinter ihm."
Alexandre Prémat (Audi Bank Audi A4 DTM #17)
8. Platz, + 20,928 Sek.
"Ich bin zufrieden, denn ich bin auf Platz 15 gestartet und wurde Achter.
Zum zweiten mal in Folge eine Zielankunft und wiederum ein Punkterang: Die
Strategie war gut, das reine Tempo des Autos auch. Das war ein sehr hartes
Rennen. Schade, dass wir im Qualifying nicht so gut
waren, sonst wäre noch sehr viel mehr möglich gewesen."
Christian Abt (Playboy Audi A4 DTM #16)
10. Platz, + 36,069 Sek.
"Ich bin heute sehr enttäuscht – leider vor allem über meine beiden
Markenkollegen Tom Kristensen und Timo Scheider, die
mir ins Auto gefahren sind. Ich verstehe ihre Aktionen nicht. Ich bin richtig
sauer."
Mike Rockenfeller (S line
Audi A4 DTM #11)
13. Platz, - 1 Rd.
"Nach dem schlechten Qualifying und Startplatz
18 kam ich am Ende auf Platz 13 ins Ziel. Ich hoffe, ich kann das nächste Mal
mehr für das Team herausholen. Im Rennen hatte ich viel Pech, denn die Unfälle
vor mir zwangen mich immer wieder zum Abbremsen. Aber mein Auto ist heil, ich
habe meinen Rhythmus gefunden und war mit dem Tempo nicht so unzufrieden. Ich
bin nach einer schwierigen Woche froh über meine Zielankunft. Darauf kann man
beim nächsten Mal aufbauen."
Timo Scheider (Gebrauchtwagen:plus/Top Service
Audi A4 DTM #8)
14. Platz, - 1 Rd.
"Nach einem guten Start fuhr mir in der ersten Kurve ein Mercedes ins
Auto, der mir die wichtigsten Aerodynamik-Teile für die Hinterachse abriss. So
war das Auto schwierig zu bewegen. Später verlor ein Reifen die Luft, was viel
Zeit zur Rennmitte gekostet hat. Das war leider wieder ein schlechtes Rennen
für mich. Das ist sehr enttäuschend."
Adam Carroll (Audi A4 DTM #20)
17. Platz, - 9 Rd.
"Der Start war gut. Ich fuhr in der ersten Kurve auf der rechten Spur, was
richtig war, denn innen hat es gekracht, und ich kam unversehrt durch. Ich war
später in einen schönen Kampf verwickelt. Er hat viel Spaß gemacht, das Tempo
war gut. Leider erhielt ich eine Durchfahrtstrafe. Sie war unglaublich, denn
wir befanden uns zu dritt in einem schönen Kampf. Wem gelten da die blauen
Flaggen? Der Mercedes war nicht einmal in meiner Nähe. Als er näher kam, ließ
ich ihn sofort vorbei. Und dafür eine Durchfahrtstrafe? Zum Schluss ließen die
Bremsen stark nach."
Lucas Luhr (Philips Audi A4 DTM #12)
18. Platz, - 15 Rd.
"Eine Runde zuvor war das Schild ‚Pit lane closed’ sichtbar. Als ich in die Box kam, war es nicht mehr
da. Da war die Boxengasse aus meiner Sicht offen. Wenn man das anders sieht,
frage ich mich, was das soll? Bruno Spengler fuhr bei Rot über die Ampel, und
es geschah nichts, während mein Stopp nicht gilt. Das verstehe ich nicht."
Vanina Ickx (Audi A4 DTM #21)
Ausfall, 21. Runde (Unfall)
"Leider wurde ich in der Dutzendteich-Kurve von Susie Stoddart
umgedreht. Später hat mich Mathias Lauda beim Anbremsen der Grundig-Kehre in
die Leitplanke gedrückt. So kam ich leider nicht ins Ziel. Ich verstehe noch
nicht ganz, weshalb es so unterschiedliche Strafmaße gibt."
Martin Tomczyk (Red Bull
Audi A4 DTM #4)
Ausfall, 2. Runde (Unfall)
"Das war ein unverschuldet kurzes Rennen. Beim Beschleunigen aus der
Grundig-Kehre fuhr ich neben Paul di Resta. Wir waren
beide sehr gut um die Kurve gekommen. Doch dann kam Susie Stoddart
von innen und hat mich breitseits getroffen. Der
Unterboden wurde zerstört, zwei Reifen aufgeschlitzt. Das ist schade, vor
allem, wenn es um die Meisterschaft geht. Ich habe mir etwas Besseres
vorgestellt, als in der ersten Runde auszufallen. Umso mehr freue ich mich auf
die nächsten fünf Strecken, die mir alle liegen."
Hans-Jürgen Abt (Team Direktor Audi Sport Team Abt Sportsline):
"Wir haben gut gearbeitet. Ich bin glücklich, dass wir Mattias (Ekström)
mit einer guten Strategie weit nach vorne gebracht haben. Aber natürlich hat er
auch eine starke fahrerische Leistung gezeigt. Die Performance war in diesem
sehr harten Kampf über die Renndistanz gut, was mich für das nächste Rennen
zuversichtlich stimmt. Das Minimalziel für den Norisring
– ein Podium – haben wir erreicht. Wir hatten sehr viel erwartet, aber auch
einiges befürchtet. Wir sollten uns über das Podiumsergebnis freuen."
Ernst Moser (Team Direktor Audi Sport Team Phoenix): "Wir sind sehr
zufrieden mit Alex (Prémat), der von Platz 15 auf
Platz acht fuhr und damit einen Punkterang erreicht hat. Er hat keine Fehler
gemacht. Zwischenzeitlich hat er im Kampf aus bislang ungeklärter Ursache
einige Plätze verloren, sonst wäre noch mehr möglich gewesen. Die Kurve zeigt
immer noch nach oben. Beide Autos sind im Ziel. Leider wurde Christian (Abt) in
Berührungen mit anderen Fahrzeugen verwickelt. Mit dem beschädigten Auto konnte
er nicht mehr kämpfen. Mit Platz zehn bin ich unter diesen Umständen zufrieden."
Arno Zensen (Team Direktor Audi Sport Team
Rosberg): "Wir haben den Grundstein für das Rennen am Samstag gelegt.
Deshalb war kaum mehr drin. Das müssen wir so schnell wie möglich aus unseren
Köpfen herausbekommen. In Mugello waren wir beim
Testen gut. Deshalb sollten wir mit beiden Autos ganz gut aufgestellt
sein."
Das Ergebnis auf dem Norisring
1. Bruno Spengler (Mercedes), 74 Rd. in 1:03.59,350 Std.
2. Bernd Schneider
(Mercedes), + 1,803 Sek.
3. Mattias Ekström (Red Bull Audi A4 DTM), + 2,501 Sek.
4. Gary Paffett (Mercedes), + 9,160 Sek.
5. Tom Kristensen (Siemens Audi A4 DTM), + 13,750 Sek.
6. Jamie Green (Mercedes), + 14,201 Sek.
7. Alexandros Margaritis (Mercedes), + 19,477 Sek.
8. Alexandre Prémat (Audi Bank Audi A4 DTM), + 20,928 Sek.
9. Mika Häkkinen (Mercedes), + 21,699 Sek.
10. Christian Abt (Playboy Audi A4 DTM), + 36,069 Sek.
11. Mathias Lauda (Mercedes), + 37,299 Sek.
12. Daniel la Rosa (Mercedes), + 45,537 Sek.
13. Mike Rockenfeller (S line Audi A4 DTM), - 1 Rd.
14. Timo Scheider (GW:plus/Top Service Audi A4 DTM), - 1 Rd.
15. Paul di Resta (Mercedes), - 1 Rd.
16. Susie Stoddart (Mercedes), - 2 Rd.
17. Adam Carroll (Audi A4 DTM), - 9 Rd. (Bremsen)
18. Lucas Luhr (Philips Audi A4 DTM), - 15 Rd. (Unfall)
Nicht gewertet:
Vanina Ickx (Audi A4 DTM), - 54 Rd. (Unfall)
Martin Tomczyk (Red Bull Audi A4 DTM), - 73 Rd. (Unfall)

